Programm

Abendlandler

Die selbsternannten Retter des Abendlandes sitzen jetzt im Reichstag. Versorgte Wut-Bürger haben sie da reingebrüllt. Und die Bayerische Staatsregierung verwandelt vorauseilend und aus panischer Angst vor dem drohenden Machtverlust die (Popu-)Liste der AFD in Realpolitik: Asylplan, Ankerzentren, Polizeiaufgabengesetz, Grenzpolizei, Kreuzerlass … Ja, geht’s noch blöder, Herr … ?

 

Die Wellküren, Gründerinnen der STUGIDA- Bewegung (Stubenmusik gegen die Idiotisierung des Abendlandes), verteidigen und feiern in ihrem Programm das freie Abendland und den Abend an sich. Mit bayerischem Dreigesang gegen stumpfe Einfalt.

Alles echt, kein Fake dabei! Und sogar ein Morgenlandler ist drin. Sie blasen den Leitkultur-Marsch, spielen Mozarts A-Dur Klaviersonate in G-Dur auf Hackbrett, Harfe und Gitarre, haben extra Bass- Ukulele gelernt für ihre Nina-Simone-Hommage „Mei Oida, der schaut auf mi“ im Stubenmusik- Format. Mit einer Tarantella vertreiben Sie Hermes, UPS und DHL aus ihrem Heimatort Oberschweinbach und ihr „Monilog“ fordert eindringlich „I wui endlich mei Ruah!“ von der monotonen Beschallung aus den Talkshow- und Facebook-Blasen. Sie analysieren „Die Hormonelle Demenz von Männern im Wechsel“ und bekennen überzeugt, dass auch der nicht mehr ganz so junge Mensch noch was empfinden kann.

 

Abendlandler ist besonders geeignet für Menschen, die auch wenn’s dunkel wird, den Humor nicht verlieren. Nach über 30 Jahren auf der Bühne sind die drei Schwestern darin wahre Expertinnen geworden.

 

Wellküren Plakat Abendlandler

Süddeutsche Zeitung vom 12. Juni 2018

„Ein Abend mit den Wellküren: eine Schweinsgaudi und lehrreich noch dazu. 50 Jahre lang war man davon ausgegangen, dass in „Spiel mir das Lied vom Tod“ eine Mundharmonika jault. Im Lustspielhaus stellt sich nun heraus: Beschiss! Ennio Morricone hat uns veräppelt! Eine Nonnentrompete war’s, auch Trumscheit genannt … Bei aller Gaudi sind die Damen politischer geworden, klingen zuweilen wie die Biermösl Blosn, eine Oktave höher, aber kein Gramm weniger böse. Dobrindt? Aufs Maul! Söder? Erst recht! Alice Weidel? „Manche haben Haare auf den Zähnen – bei der hat jeder Zahn eine eigene Frisur!“ Ewig schade, dass nach zwei Stunden Zeit für die Zugaben ist: Simsalabimbambasaladusaladim und „Kimmt schee hoamli de Nacht“, das Lieblingslied der Eltern. Denen den aller- herzlichsten Dank für all die tollen Musikantenkinder.“

Nach(t)Kritik von Sabine Zaplin vom 23. Februar 2018

„Ganz vorn an der Front, da, wo man sie kennt und wo sie sich wohlfühlen: die Wellküren, Heldinnen der Stubnmusi-Protestbewegung seit Wackersdorf und weit früheren Ärgernissen, die sie ganz einfach über den Haufen gesungen und gespielt haben. Zieht euch warm an, ihr Leitkulturdeppen, ihr Mauerbauer und Mautmaulhelden. Jetzt kommen Moni, Bärbi und Burgi. Wenn sie erst die Nonnentrompeten in Anschlag bringen, dann betet, dass ihr noch laufen könnt.“

Die Süddeutsche Zeitung vom 26. Juni 2017:

„Was den Auftritt der Wellküren im buchstäblichen Sinne mitreißend macht, ist das von „geschwind“ über „brutal flott“ bis „stürmisch“ reichende Tempo ihrer Nummern, gedanklich wie sprachlich. Mit der Präzision eines Uhrwerks und mit der Kraft einer Turbine greifen Wortwitz, mimische Signale und musikalische Groteske hier ineinander. Auf dem Orchestrion der Vorurteile, Ängste und Tabus erzeugen die beherzten Botschaften der drei einen Aufmerksamkeitsdruck, der nach wie vor Maßstäbe setzt in der kabarettistischen Szene.

Abendzeitung vom 13. Juni 2018

„Posischn!“ ru Bärbi, „Wan, tuh, srih!“ zählt Burgi vor und Moni bestätigt „Rotscher!“ Die Globalisierung macht auch vor der kreativen Stubnmusi-Werkstatt im Brucker Land nicht halt. Dabei sind „Die Wellküren“ seit 32 Jahren in dieser Welt und vor allem in ihrer Gegenwart schon immer angekommen gewesen. Oberschweinbach ist der Ort ihrer Herkun und damit Heimat, in der die Wurzeln ihrer Musikalität liegen. damit sind sie einem Ministerpräsidenten, der glaubt, Heimat in einem Ministerium verwalten zu können, weit überlegen. Nicht zuletzt deshalb gehört Markus Söder zu den Lieblingsfeinden der Wellküren. Er ist im neuen Programm … in guter Gesellschaft. Die Rolle des Bösewichts teilt er sich mit Donald Trump. Die Scherzfrage ist ernst gemeint: „Was grenzt an Dummheit? Kanada und Mexiko“. Natürlich ist die musikalische Revue das Herz von „Abendlandler“, aber, wie es der Titel bereits nahelegt, regt sich Unmut über den Umgang mit dem, was sich „christliches Abendland“ nennt … Mit Harfe, Hackbrett, Akkordeon und Gitarre, Saxophon und Tuba sowie der schrägen Nonnentrompete erzeugen sie immer wieder neu überraschenden Oberbayern-Sound … Dann entfalten das Nina-Simone-Cover „Mei Oida, der schaut auf mi“, Mozarts A-Dur-Sonate, die aus technischen Gründen in G-Dur gespielt wird oder ein „Stubn-Musical“ über Seehofer und Söder beim Duell aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ einen ganz besonderen Zauber aus heimischem Anbau.“

 

Reingehört:

 

Allahu Akbar hoaßt bei uns Griaß Gott! Und scheene Jungfraun gibt‘s bei uns schon vor dem Tod (Leitkulturmarsch)

 

Hier treffen Überlebende auf Hinterbliebende, hier gibt es Hoffnung und Musik für alle Liebende. Man träumt von One-Night-Stands und alten Rendezvous und man zeigt sich die verschrumpelten Tatoos … (Maratonga Bar)

 

Alle håms ahoam an Thermomix, aber kocha? Kocha kenna de nix! Jeder stiert nur stur in sich soiber nei und die Leere da drin tippt er ins Facebook ei.„Teilen“, hoaßts, ist der soziale Trend für jedermann. Ja Zefix, håt dene koana gsågt, dass ma null und nix net teilen kann! (Monilog)

I fråg den Doktor, sågn Sie mir, wia kånn so wås passiern? Der Doktor moant, da druckts des Testosteron auf sein Gehirn. I brauch koan oidn Max net, i möcht an jungen Mäxl, des letzte wås a Frau so wui, san Männer im Wechsel! (Männer im Wechsel)

Behind the Scenes: "Abendlandler"